ULRICH WEGENER

 

Kinder- und Jugendhäuser des Remenhofs

 

Das Signet der Kinder- und Jugendhäuser des Remenhofs ist mir leider verloren, weshalb ich herzlich bitte, mir eine vorhandene Kopie für die Veröffentlichung hier zur Verfügung zu stellen.

 

Das Signet war ein Holzschnitt einer Grafikerin, den ich persönlich zum 95jährigen Jubiläum der Eröffnung des Remenhofs in Auftrag gegeben hatte. Ein Mädchen und ein Junge spielten - sitzend vor dem Hauptgebäude des Remenhofes, über dem die Sonne aufgeht - mit Haustieren, unter anderem Hund und Katze, selbstverständlich lächelnd, damit Glück und Frieden dokumentierend.

 

Das Motiv stammte von einem Titelbild eines Pädagogik-Buches. Dieses war vorher von dem Pädagogen und Grafiker Bernd LEHMANN zu einem Plakat umgesetzt worden, das 1984 mit dem allerersten Info-Blatt über die Kinder- und Jugendhäuser verteilt worden war. Damit und später mit dem Signet sollte selbstbewusster als bisher das Konzept des Kinder- und Jugendhauses propagiert, nicht nur Jugendämtern, sondern ganz bewusst jungen Menschen, auch bereits Kindern und ihren Eltern angeboten werden. Was einige Leute in Ämtern als Angriff missverstanden.

 

Zunächst hier der Text des Informationsblatt von 1997, das jährlich ergänzt und aktualisiert seit 1984 als acht-seitiges DIN-A-5-Faltblatt erschien:

 

Seite 1, siehe oben, das war das Signet und

 

Kinder- und Jugendhäuser der Remenhof-Stiftung!

Was ist denn das?

 

Kurz Wichtiges. Mehr beim Besuch und Gespräch.

 

Informationsblatt 1/91(97*)

 

 

Seiten 2 und 3

 

Kinder- und Jugendhäuser? Antworten in Schlagzeilen!

 

Ein Verbund von zur Zeit acht selbständiger Kinder- und Jugendhäuser, je bis 9 Jungen und Mädchen, 3 Pädagogen und weitere Helfer, Zusammenleben mit Leiter(in) und seiner(ihrer) Familie im Haus, Eröffnung weiterer Kinder- und Jugendhäuser geplant.

 

Aufnahme vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen, auf den Rechtsgrundlagen Kinder- und Jugendhilfegesetz (§§ 31, 34, 35, 35 a, 41 KJHG) und Bundessozialhilfegesetz (BSHG).

 

Pflegesatz vom Land Niedersachsen als Stiftungsaufsicht in Anlehnung an die Pflegesatzvereinbarung genehmigt. Finanzierung durch Jugend- oder Sozialämter, Eltern (mindestens in Höhe häuslicher Ersparnis), die jungen Menschen (zwei Drittel des Nettoverdienst).

 

Heimaufsicht durch das Landesjugendamt Niedersachsen, Schulaufsicht durch die Bezirksregierung Braunschweig.

 

Hilfe orientiert an Heilpädagogik und Milieutherapie.

 

Remenhof-Schule, staatlich anerkannte Ersatzschule in freier Trägerschaft, therapeutischer Einzelunterricht bis zum schnellstmöglichen Wechsel in die staatlichen Schulen.

 

Braunschweig bietet alle Schulen und alle Berufsschulen.

 

Hausaufgabenzeit (Silentium) für Erfolg in der Schule, Nachhilfe- und Förderunterricht durch zusätzliche Pädagogen.

 

Werkstätten für Fahrrad, Motorrad und Auto, Tischlerei, Basteln und Gestalten, Gartenbau, Singen, Musizieren, Malen, Abenteuer, Fahrten, Tiere (Gänse, Enten, Hühner, Kaninchen, Schweine, Ziegen, Schafe, Katzen, Hunde, Fischteich), Ponies und Pferde zum Reiten.

 

Arbeitstraining zur Förderung der Berufsausbildungsreife. Berufsausbildung in Betrieben und Angeboten freier Träger, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt, als Ausnahme in Gartenbau, Hauswirtschaft und Büro des Remenhofs.

 

Freizeitangebote Braunschweigs, Förderung der Mitgliedschaft in Vereinen und Gruppen.

 

Betreutes Wohnen als letzter Schritt zur Selbständigkeit.

 

Hilfe für Jugendliche und junge Erwachsene als intensive Einzelbetreuung (§ 35 KJHG) in Wohnungen des Remenhofs.

 

Einzelbetreuung bei Krisen und Notfällen zur Vermeidung geschlossener Unterbringung und Einrichtungswechsel, im Einzelfall ohne Aufnahme im Kinder- und Jugendhaus, vor allem bei Inkognito-Notaufnahme wegen sexuellen Missbrauchs.

 

Psychologische Diagnostik, Beratung und Therapie, Zusammenarbeit mit dem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und weiteren Fachärzten, Klärung des Hilfebedarfs auch ohne Aufnahme für Ämter, Eltern, andere Einrichtungen.

 

Hilfe und Beratung für Eltern und Familien, mit dem Ziel, wieder helfend zusammenleben zu können. Familienhilfe zur Vermeidung, Abkürzung, Nachbereitung von Fremderziehung.

 

Wir laden zum Kennenlernen ein, wenn wir helfen, die Aufnahme in einem Kinder- und Jugendhaus anbieten können. Beim Besuch bitten wir, unser Angebot zu prüfen. Aufnahme nach Information und Entscheidung des jungen Menschen.
 

Kinder- und Jugendhaus Erna Schröder

Roman KANIA, Jürgen STARK und andere

 

KINDER- UND JUGENDHAUS

 

Kinder- und Jugendhaus Bodo STEIGERTAHL

 

Kinder- und Jugendhaus Bodo STEIGERTAHL  

Dagmar LEHMANN, Sabrina BRÜGGEMANN, Michael GRUNDMANN und andere

 

Kinder- und Jugendhaus Mark Twain

Dr. Hartmut RASCHDORF, Gabriele RASCHDORF, Peter STAPPMANNS, Ulrike TROITSCH und andere

 

Kinder- und Jugendhaus Karl May

Karl Heinz TOERNE, Ilona GÄHME, Thomas BULLERJAHN, Vera PARWANOV und andere

 

Kinder- und Jugendhaus Robin und Marian

Erika BAUERMEISTER, Inge GRABENHORST, Hanna SEEBER, Kasimierz STEC

 

Kinder- und Jugendhaus Pippi Langstrumpf

Renate und Olaf BLÖSS

 

Kinder- und Jugendhaus Onkel Toms Hütte

Dr. Siegfried BOLDT, Inge DEMANDT, Martin JUNGE und andere

 

Kinder- und Jugendhaus Kunterbunt

Lisa BRANDT, Inge HENDRIKS

 

Hilfe für jugendliche und junge Erwachsene

Günter SCHWARDT-CHRISTEN, Antje-Marei CHRISTEN, Eva GEMMEKE-WERNER 

 

Remenhof-Schule für Erziehungshilfe in freier Trägerschaft

Gudula VON KALM, Karin JESUSSEK-SCHUBERTH, Michael PROEST, Harry WIEDEMANN-TEUFEL, Udo DITHMANN

 

PSYCHOLOGISCHE DIAGNOSTIK UND BERATUNG

Heiko PÖRTNER

 

Sekretariat Monika HERBERGER

 

Rechnungsführung Christoph GEISLER, Brigitte WARNECKE

 

Verwaltungsmitarbeit Angelika RAHE-FRENZEL

 

Pädagogische Leitung und Stellvertreter des Leiters des Remenhof Klaus STÖTZEL

 

Leiter des Remenhofs Ulrich WEGENER

 

Sicher erreichbar Sekretariat Montag - Freitag 8 - 12 Uhr, Anrufbeantworter immer erreichbar, wir rufen zurück

 

Mitglied im DPWV - Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband

 

Stiftung des öffentlichen Rechts,

Stifter Land Braunschweig, Stadt Braunschweig, Landkreise des ehemaligen Landes Braunschweig

 

Stiftungsvorstand

Heike SCHÖNBERG, Dr. Bernd GRÖTTRUP, Erhard URBANSKY

 

Der Remenhof wurde 1911 gegründet von der Inneren Mission der Braunschweigischen Evangelisch-Lutherischen Landeskirche auf Initiative des Pastors Bodo STEIGERTAHL


 

Seiten 4 bis 7

 

Kinder- und Jugendhaus. Was ist denn das?

 

In Kinder- und Jugendhäusern der Remenhof-Stiftung leben junge Menschen, denen Eltern und Familien - auch mit anderen Angeboten der Jugendhilfe - zeitweise nicht genügend Hilfe und Erziehung bieten können.

 

Rechtsgrundlage unserer Hilfe ist vor allem das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG).

 

Die Kosten sind in Pflegesätze für das Kinder- und Jugendhaus, die Remenhof-Schule und zusätzliche Leistungen gegliedert, vom Land Niedersachsen als Stiftungsaufsicht geprüft und genehmigt.

 

Für Schüler der Remenhof-Schule bekommen wir Finanzhilfe des Landes, die nicht kostendeckend ist. Die verbleibenden Kosten für den einzelnen Schüler trägt das Jugendamt zusätzlich zu den Kosten für das Kinder- und Jugendhaus.

 

Den größten Teil der Kosten zahlen die Jugendämter, die Eltern zahlen mindestens in Höhe der häuslichen Ersparnis. Junge Menschen mit Einkommen tragen mit zwei Dritteln ihres Nettoverdienstes zu ihrem Lebensunterhalt bei.8

 

Im Kinder- und Jugendhaus werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aufgenommen, für die wir uns wirksame Hilfe zutrauen. Wir wollen uns integrativ fast allen Problemen stationärer Jugend- und Sozialhilfe stellen. Für junge Menschen in "Fremderziehung" sind Gemeinschaften von Kindern und Jugendlichen, Mädchen und Jungen, mit unterschiedlichen Problemen das bessere Lernfeld.

 

Akut drogenabhängige und suchtkranke, geistig behinderte, massiv straffällige, sich prostituierende und akut psychotische junge Menschen überfordern unsere Möglichkeiten.

 

Über unsere Leistungsfähigkeit und Erfahrungen in der

 

Besonderen Arbeit für Eltern und Familien bei befristeter Hilfe des Kinder- und Jugendhauses

 

Hilfe bei Schulängsten und Leistungsdefiziten

 

Hilfe zur beruflichen Orientierung und beruflichen Eingliederung (Arbeitstraining)

 

Hilfe zur Vorbereitung auf eine Pflegefamilie oder eine Adoption

 

Hilfe nach einer Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

 

Psychotherapie des Kinder- und Jugendhauses, der Remenhof-Schule, von Ärzten, Therapeuten und Psychologen

 

Hilfe zum Verzicht auf und nach Straftaten

 

Hilfe nach sexuellem Missbrauch für Opfer und Familie

 

Hilfe für Jugendliche und junge Erwachsene6 in Einzelbetreuung

 

Hilfe bei ungewollter Schwangerschaft und für junge Eltern beziehungsweise Mütter

 

Besondere Hilfe zur sinnvollen Freizeitgestaltung

 

Hilfe als "Betreutes Wohnen"

 

informieren wir im persönlichen Gespräch und besonderen Informationsblättern.

 

Junge Menschen laden wir - mit den Eltern und der(m) Sachbearbeiter(in) des Jugendamtes - erst dann ein, wenn wir uns für die Aufnahme in einem bestimmten Kinder- und Jugendhaus entschieden haben. Wir lehnen es ab, uns junge Menschen "anzugucken", dann wieder wegzuschicken. Allerdings dürfen uns junge Menschen "ausprobieren", sich dann entscheiden.9 Die Eltern und vor allem das Kind sollen vorher prüfen, ob sie uns Hilfe zutrauen und Vertrauen schenken. Neben dem Jugendamt und den Eltern ist die Entscheidung des jungen Menschen ausschlaggebend für den Einzug ins Kinder- und Jugendhaus.

 

In einem Kinder- und Jugendhaus gestalten 8 bis 9 Jungen und Mädchen mit 3 bis 5 Erwachsenen selbständig ihr tägliches Zusammenleben im eigenen Haus und Garten als helfende Gemeinschaft.

 

Jeder junge Mensch hat ein Einzelzimmer. Jedes Haus hat Wohnzimmer, Speisezimmer, Fetenkeller, Spielzimmer, Werkstatt, Küche, Waschmaschinen, Bäder und WC, Sauna (in einem Haus), Garten mit Spielgelände, Swimming-Pool, viel Platz für gemeinsames Tun.

 

Jedes Kinder- und Jugendhaus ist umfassend selbständig,11 aber nicht allein gelassen. Es gibt regelmäßige Beratung und Supervision, jederzeit Hilfe bei Problemen durch die Leitung des Remenhofes und andere Fachleute.

 

Im Kinder- und Jugendhaus wohnt eine(r) der Pädagogen(innen) mit seiner(ihrer) Familie zusammen mit den aufgenommenen jungen Menschen. Für wirksame Hilfe müssen Erwachsene - ohne Schichtdienst - mit jungen Menschen ein gemeinsames Leben teilen. Doch wir wollen Familien nicht ersetzen. Das Kinder- und Jugendhaus ist die Familie ergänzende Hilfe auf Zeit. Es darf weder mit Pflegestellen, noch mit Heimen, Wohngruppen, Internaten und ähnlichem gleichgesetzt werden.

 

Für jeden jungen Menschen ist im Kinder- und Jugendhaus ein Erwachsener besonders verantwortlich und - neben dem Leiter und dem Pädagogischen Leiter des Remenhofes - verbindlicher Ansprechpartner für Eltern, Schule, Betriebe und Ämter. Es soll kein Verstecken hinter der gemeinsamen Verantwortung aller, der letzten Verantwortung des Leiters und des Vorstands des Remenhofs geben.

 

Die Erwachsenen des Kinder- und Jugendhaus orientieren sich an Konzepten der Heilpädagogik und Milieutherapie. Grundsätze ergeben sich unter anderen aus den Schriften Adlers, Bettelheims, Dreikurs, Gordons und Mehringers. Wir wollen gute Traditionen der Jugend- und Sozialarbeit zusammenzuführen.1

 

Jedes Kinder- und Jugendhaus im Remenhof hat eine eigene Informationsschrift, mit der sich die Pädagoginnen und Pädagogen des Hauses in Wort und Bild vorstellen.

 

Die Kinder- und Jugendhäuser sind in Volkmarode, heute ein Teil Braunschweigs, in anderen Stadtteilen oder umliegenden Dörfern. Sie gehören zu Dorfgemeinschaften, sind mit der Natur verbunden. Gleichzeitig gibt es Angebote zur Bildung und Freizeit der Großstadt Braunschweig.

 

Unsere Remenhof-Schule ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule in freier Trägerschaft, Schule für Erziehungshilfe. Schulisches Fehlverhalten ist ein Ausgleich für die irrtümliche Selbsteinschätzung, altersgemäße schulische Anforderungen nicht schaffen zu können. Um wieder Erfolge im Lernen zu erreichen, wird der Schüler von nur einem Lehrer nach einem persönlichen Plan im Einzelunterricht gefördert, in Gruppen von 5 bis 6 Mädchen und Jungen.

 

Die Lehrer verstehen ihre Arbeit als unterrichtende, pädagogische und therapeutische Aufgabe, sind mit den Pädagogen des Kinder- und Jugendhaus gemeinsam für den Schulerfolg verantwortlich. Die Schülerinnen und Schüler sind in der Remenhof-Schule nur so lange, bis sie sich die Mitarbeit in der staatlichen Schule wieder zutrauen. Dies soll - als echte Durchgangsschule - spätestens nach zwei Jahren erreicht sein. Als Ausnahme ist der Hauptschulabschluss in der Remenhof-Schule möglich, auch als nachträglicher Abschluß.2

 

Im Kinder- und Jugendhaus ist Montag bis Freitag von 14 bis 16 Uhr Hausaufgabenzeit (Silentium), in der alle Erwachsenen des Hauses als Helfer für Schulaufgaben und Einzelaufgaben mitmachen.

 

Alle Mädchen und Jungen haben Anspruch auf Nachhilfe- und Förderunterricht, wenn notwendig durch zusätzliche Pädagogen.

 

Für Schule und Berufsausbildung gibt es jede Hilfe.3 Denn: Erfolg in Schule und Ausbildung ist nicht alles, aber ohne hier Erfolg zu haben, wird alles andere nichts. Deshalb steht die Hilfe für Schule und Berufsausbildung im Zentrum unserer Arbeit für junge Menschen.

 

Mit dem Schulzentrum Volkmarode (Grund-, Haupt-, Realschule und Orientierungsstufe), den Schulen (alle Sonderschulen, Gymnasien, Gesamtschulen) und berufsbildenden Schulen Braunschweigs besteht eine bewährte Zusammenarbeit.

 

Ziel unserer Hilfe ist Arbeits- und Liebesfähigkeit. Deshalb wird im Kinder- und Jugendhaus auf Arbeit und Beruf von Anfang an vorbereitet: Beim Spiel, Sport, bei Pflichten im Haus, in Arbeitsgemeinschaften und bei Praktika. Gemeinsam mit Arbeitsamt, Betrieben, Kammern und freien Trägern finden wir Ausbildungsplätze. In Hauswirtschaft, Gartenbau, Landwirtschaft und Büro können wir im Einzelfall im Remenhof ausbilden.

 

Unser Arbeitstraining ist ein besonderes Angebot zur Förderung der Berufsausbildungsreife.

 

Im Kinder- und Jugendhaus arbeiten lebens- und berufserfahrene Pädagogen(innen). Sehr gute pädagogische und therapeutische Ausbildung ist Bedingung. Wer mitmachen will, muss sich vorher vielen Fragen stellen. Wir finden Frauen und Männer, die mit Mut, Kraft, Zeit und Treue mindestens fünf bis zehn Jahre jungen Menschen und ihren Familien offen und ehrlich helfen. Dafür gibt es neben einer guten Bezahlung viel für sich selbst und den späteren beruflichen Weg zu gewinnen. Ehemalige Mitarbeiter - viele nun in leitenden Aufgaben der Jugend- und Sozialhilfe tätig - helfen uns als Freunde "ihrer" Kinder- und Jugendhäuser.

 

Im Kinder- und Jugendhaus sind die Mitarbeiter tätig, auf die es für eine erfolgreiche Hilfe ankommt. Einen besser bezahlten „Wasserkopf“ gibt es nicht. Die weiteren Mitarbeiter in Hauswirtschaft, Verwaltung, Beratung, Therapie und Leitung sind Helfer der Pädagogen(innen) der Kinder- und Jugendhäuser. Alle sind pädagogisch und therapeutisch wirksam und sich dessen bewusst.

 

Für Freizeit, Arbeit und Abenteuer, Nachhilfe- und Förderunterricht, Elternberatung und Familienhilfe, besondere Hilfen, Therapie suchen wir nebenamtlich tätige Frauen und Männer. Die das Kinder- und Jugendhaus ergänzenden Angebote sind so durch die bezahlte Mitarbeit erfahrener Pädagogen möglich.4

 

Alle Erwachsenen werden durch unsere Diplom-Psychologen und Sozialtherapeuten beraten und unterstützt (Supervision). Wir bemühen uns um konkrete Planung unserer Hilfe (Hilfe- und Erziehungsplan), nutzen Erkenntnisse der Wissenschaft, Erfahrung der Fachleute der Jugendämter und Eltern, beteiligen die jungen Menschen.5

 

Wir organisieren Weiterbildung mit Einladungen und Besuchen, nehmen an Seminaren teil. Der Remenhof unterstützt finanziell die Fort- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter.

 

Wir wollen so wenig wie möglich als Therapie bezeichnen, weil dies jungen Leuten die Annahme unserer Angebote erschweren, ihre Verantwortlichkeit einschränken könnte. Die Gestaltung des Alltags orientiert sich an pädagogischen und therapeutischen Grundsätzen. Darüber hinaus ist Psychotherapie mit Psychologen, Sozialtherapeuten, Ärzten und Therapeuten möglich und wenn notwendig Bedingung für das Leben im Kinder- und Jugendhaus. Zusammenarbeit pflegen wir mit Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Neurologie und Nervenheilkunde, Kinderheilkunde, Frauenheilkunde und weiteren Fachärzten. Das Gesundheitswesen Braunschweigs hat alle Angebote für junge Menschen.

 

Bevor wir zum Kennenlernen einladen, sind uns von Ämtern und Eltern alle pädagogischen, psychologischen und medizinischen Befunde des Kindes übermittelt. Fehlt eine Information, bitten wir, diese ein- beziehungsweise nachzuholen. Wenn notwendig übernehmen wir pädagogische und psychologische Diagnostik am neutralen Ort, auch in kürzer befristeten stationären Aufnahmen in Einzelbetreuung. Kommt es nicht zum Einzug in ein Kinder- und Jugendhaus, stellen wir unsere Diagnostik bei Entbindung von der Schweigepflicht zur Verfügung. Müssen wir Aufnahme ablehnen, schlagen wir Einrichtungen vor. Für alle jungen Menschen gibt es pädagogische, psychologische und medizinische Verlaufsdiagnostik.

 

In Krisen hilft Abstand. Eine Bildungsstätte für junge Leute, ein ehemaliger Reiterhof, Familien von Freunden und Mitarbeitern nehmen in Krisen- und Notfällen befristet junge Menschen zur Einzelbetreuung auf. So wird geholfen, wenn sofort Unterbringung an unbekanntem Ort (meistens nach aufgedecktem sexuellen Missbrauch, aber auch bei anderen Problemen) nötig ist. In schweren Krisen eines jungen Menschen in seinem Kinder- und Jugendhaus wird so durch Einzelbetreuung Einrichtungswechsel, Klinikaufenthalt, Überforderung oder frühzeitiges Aufgeben vermieden.

 

Eltern sind wir durch gegenseitige Besuche, regelmäßige Beratungsgespräche, besondere Treffen und Seminare Partner und Helfer. Vater und Mutter wollen wir nicht ersetzen. Im Gegenteil wollen wir die Verantwortung der Eltern ergänzen und unterstützen. Erfahrene Pädagoginnen und Pädagogen leisten Familienhilfe zur Abkürzung und Nachbereitung unserer "Fremderziehung". Damit wollen wir das Zusammenleben der Familie wieder möglich machen, mindestens das Verständnis in der Familie fördern und verbessern.

 

Mit der Familienhilfe stehen wir - vermittelt und finanziert vom Jugendamt - jungen Menschen und ihren Familien auch zur Vermeidung von "Fremderziehung" zur Verfügung.10 Ohne Kostenbeitrag helfen wir Eltern und jungen Menschen in aktueller Not mit einem ersten Beratungsgespräch nach  Vereinbarung, auch am Wochenende.

 

Für seine älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen bleibt das Kinder- und Jugendhaus - wenn notwendig als „Betreutes Wohnen“ - verantwortlich, wenn sie ausgezogen sind und schon in eigenen Wohnungen leben. So früh wie möglich sollen junge Menschen selbständig sein.

 

Wir bieten Hilfe für ältere Jugendliche und junge Erwachsene, auch wenn sie bisher nicht im Kinder- und Jugendhaus gelebt haben, gleich in eine unserer Wohnungen oder möblierten Zimmer einzuziehen. Dies ist ein besonderes Angebot als Einzelbetreuung nach § 35 KJHG, unterscheidet sich deshalb vom „Betreuten Wohnen“. Trotz Wohnungsnot haben und finden wir gute Wohnungen.6

 

Wenn wir für unsere Hilfe kein Geld mehr von Ämtern bekommen können, wollen wir trotzdem da sein. Hilfe darf am Geld nicht scheitern: Alle Remenhofer sollen sich immer an uns wenden, wenn Hilfe gebraucht wird.

 

Mit den Frauen und Männern in den Jugend- und Sozialämtern suchen wir eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Leute der Jugendämter - nicht nur die Heim- und Schulaufsicht - sind deshalb auch ohne Anmeldung immer willkommen. Wir bitten um Kontrolle, Kritik, Vertrauen und Solidarität. 7

 

Die Kinder- und Jugendhäuser des Remenhof sind nicht reich, ohne deshalb arm zu sein. Die arbeitenden Menschen sichern mit ihren Steuern, was zwingend notwendig ist. Unsere Mädchen und Jungen sind deshalb keine „armen Heimkinder“. Manches ist materiell sogar besser, als in Familien. Doch fehlt für Notwendiges und Wünschenswertes oft Geld. Deshalb bitten wir um Spenden, am besten als monatlichen Dauerauftrag, die mit einer Spendenquittung steuerlich absetzbar sind. Es macht Mut, immer mehr Spendern danken zu dürfen.

 

Nähere Informationen schicken wir sofort zu. Ausführliche Beiträge erscheinen in der Schriftenreihe „Remenhof-Texte zur Jugendhilfe“. Gern begrüßen wir zu einem Rundgang und zu einem Gespräch.

 

Hinweis für Eltern: Wenden Sie sich zu erst vertrauensvoll an die erfahrenen Frauen und Männer Ihres Jugendamtes. Wollen Sie Aufnahme Ihres Kindes im Kinder- und Jugendhaus, prüfen Sie bitte auch andere Vorschläge Ihres Jugendamtes.

 

Ulrich Wegener, Diplom-Psychologe, Leiter des Remenhofs

 

Anmerkungen      

1 Denkschrift von deinem Kind (auch wenn es schon ein junger Erwachsener ist) im Kinder- und Jugendhaus des Remenhofes, Remenhof-Text zur Jugendhilfe (RTJ) Band 3 und

Zukunft Remenhof 1984, RTJ, Band 2

2 Grundsätze und Ziele der Remenhof-Schule oder Jeder Mensch kann (fast) alles, wenn mit richtiger Hilfe gelernt wird, RTJ, Band 6

3 Grundsätze, Ziele und Regeln der Hausaufgabenzeit im Kinder- und Jugendhaus des Remenhof oder Doof geboren ist keiner, doof wird man gemacht, und wer es weiß und sagt, du bist klug und du schaffst, ist ein Freund, weil er dir Mut macht, RTJ, Band 4

4 Für jedes Angebot gibt es für die jungen Menschen und Interessierte ein besonderes Informationsblatt

5 Beobachtungsbogen der Kinder- und Jugendhäuser der Remenhof-Stiftung

6 Hilfen für Jugendliche und junge Erwachsene, Informationsblatt 5/93, auch zu den Angeboten für Krisen und Notfälle wie zur Familienhilfe, darüber hinaus zur Hilfe des Kinder- und Jugendhauses bei besonderen Problemlagen sind extra Informationsblätter in Arbeit

7 Dr. Bernd OTTO, Bettelheim, Otto und der Remenhof oder Vom Umgang mit Fehlern, Schwächen und Mängeln, RTJ, Band 10

8 Hilfe, Pädagogik und Therapie in Heller und Pfennig, Der Haushaltsplan der Kinder- und Jugendhäuser der Remenhof-Stiftung

9 Grundsätze und Regeln für die Aufnahme und den Einzug eines jungen Menschen in sein Kinder- und Jugendhaus

10 Sozialpädagogische Familienhilfe der Remenhof-Stiftung, Informationsblatt

11 Zur wirtschaftlichen Selbständigkeit des Kinder- und Jugendhaus der Remenhof-Stiftung, Informationsblatt 14/88(97)

 

Zur letzten Seite:

Bei Kinderfesten bieten wir Pony-Reiten. Gefragt, wer sie sind, drucksten die Mädchen und Jungen herum. Von jungen Menschen geschrieben wurden Flugblätter mit dem Text auf der Rückseite verteilt. Das half, selbstbewusst Auskunft zu geben, auf sich und seine Eltern stolz zu sein, sich durch das Kinder- und Jugendhaus helfen zu lassen. Unsere jungen Menschen sollen zu Recht sagen: Uns geht es gut, es ist ein Glück, im Kinder- und Jugendhaus wohnen zu dürfen! Das schaffen wir nicht immer. Wir sind Menschen, mit Fehlern, Schwächen und Mängeln. Ist unser Anspruch deshalb falsch?

 

 

Seite 8

 

Kinder- und Jugendhaus. Was ist denn das?

 

Im Kinder- und Jugendhaus wohnen wir - 8 bis 10 Mädchen und Jungen - zusammen mit einem Erwachsenen und seiner Familie, mit zwei bis drei weiteren PädagogInnen als Helfer.

 

Wir haben die gleichen Hoffnungen, Probleme und Wünsche wie alle jungen Leute. Uns geht es gut! Jeder hat sein Zimmer, wir kriegen Taschengeld, fahren in die Ferien, unser Leben können wir mitbestimmen, die Erwachsenen helfen uns. Auch wenn es schwer wird, die geben nicht auf! Wenn es in der Schule nicht klappt, macht uns die Remenhof-Schule schnellstmöglich wieder fit. Für die Berufsausbildung haben wir volle Unterstützung. Wir haben Hilfe bei der Wohnungssuche, sind nach dem Auszug nicht alleingelassen. Wir können lernen, tüchtige und glückliche Menschen zu sein.

 

Unsere Väter und Mütter sind nicht anders als andere, in einem Punkt Klasse: Sie lassen sich helfen und erlauben uns, im Kinder- und Jugendhaus zu wohnen! Dafür bezahlen sie, mehr, als wir sonst kosten würden.

 

Nur Reiche könnten das Leben im Kinder- und Jugendhaus selbst bezahlen. Deshalb zahlt neben den Eltern das Jugendamt von den Steuergeldern der arbeitenden Menschen. Danke!

 

Wir wünschen uns, dass viele Mädchen und Jungen das Glück haben, in einem Kinder- und Jugendhaus zu wohnen. Die Erwachsenen des Remenhofs suchen deshalb gute Menschen als Leiter und Helfer für neue Kinder- und Jugendhäuser.

 

Für den Start neuer Häuser und besondere Wünsche braucht der Remenhof Geld. Spenden per monatlichem Dauerauftrag sind gut. NordLB Braunschweig 461 392, BLZ 250 500 00. Stichwort: Freund des Remenhofs. Es gibt eine steuerlich absetzbare Spendenquittung fürs Finanzamt.

 

Die Jugendämter brauchen einen größeren Teil der Steuergelder, um mehr Mädchen und Jungen das Leben und Lernen im Kinder- und Jugendhaus bezahlen zu können. Wir bitten alle, sich dafür einzusetzen, dass mehr, bald genug Geld für die Jugend da ist.

 

Kinder- und Jugendhäuser der Remenhof-Stiftung

Berliner Heerstraße 39, 0531/ 3 66 53, 38104 Braunschweig

Weitere Infos auf Anfrage oder beim Besuch.

Verantwortlich: Ulrich Wegener                                     rhinfo97

 

 

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ULRICH WEGENER

Eiderstraße 4 - 3204, 38120 Braunschweig-Weststadt

05 31 / 29 58 82 30

persönlich sicher erreichbar schultags 06:30 - 07:30 Uhr, sonst immer Mailbox, Rückruf

Ulrich-Wegener@gmx.de

 

Erstellt am 23.06.2013, zuletzt geändert am 05.12.2017

 

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